Die Migräne mit Hirnstammaura ist in der ICHD-3 als Migräneform mit eindeutig hirnstammbezogenen Aurasymptomen ohne motorische Schwäche definiert. Sie gehört zu den Primären Kopfschmerzen → Migräne (1.) → Migräne mit Aura (1.2) und ist dort unter 1.2.2 geführt. (➜ ICHD-3 -> 1.2.2 – Migräne mit Hirnstammaura)
ICD-10 (GM 2025)
In Deutschland wird sie aktuell unter G43.1 – Migräne mit Aura erfasst. Unter dieser Sammelkategorie fallen mehrere Auraformen, darunter auch die historisch verwendete Bezeichnung „basiläre Migräne“. (➜ ICD-10 (GM 2025) – Episodische und paroxysmale Krankheiten des Nervensystems (G40-G47))
ICD-11
International ist die ICD-11 seit 2022 gültig. Die Migräne mit Hirnstammaura wird dort unter
08 Diseases of the nervous system → Headache disorders → 8A80 Migraine → 8A80.1Y Other specified migraine with aura kodiert. (➜ icd.who.int – Migraine with brainstem aura)
Deutschland befindet sich aktuell noch in der schrittweisen Umsetzung (Stand: 11/2025).
Leitlinienlage
Die Migräne mit Hirnstammaura ist zwar in der Internationalen Kopfschmerzklassifikation (ICHD-3) als Unterform der Migräne mit Aura definiert, in der deutschen 🗎↓ S1-Leitlinie „Therapie der Migräneattacke und Prophylaxe der Migräne“ (DGN/DMKG) wird sie jedoch nicht als eigenes Kapitel behandelt. Im Rahmen der allgemeinen Empfehlungen zu Migräne mit Aura und in Übersichtsarbeiten der Fachgesellschaften wird sie lediglich erwähnt.
Internationale Konsensuspapiere, z. B. der European Headache Federation, nennen die Hirnstammaura unter anderem als Indikation für eine weiterführende Bildgebung (MRT) und diskutieren sie gemeinsam mit anderen seltenen Aurasubtypen. European Headache Federation (EHF) Consensus Paper zu technischen Untersuchungen bei primären Kopfschmerzen (2016): 🗎↓ https://thejournalofheadacheandpain.biomedcentral.com/counter/pdf/10.1186/s10194-016-0596-y.pdf